Ganzheitlichkeit als Grundprinzip im Verständnis von Gesundheit, Krankheit und Heilung

Ganzheitlichkeit ist zunächst einmal nur ein Schlagwort, das alles und nichts bedeuten kann, aber es fällt mir immer wieder ein, wenn ich mit Freundinnen über das rede, was ich an Alchemilla schätze. Ganzheitlichkeit heißt bei Alchemilla zunächst einmal den Körper und Menschen möglichst ganz zu lassen. D.h., den Menschen in seiner Beschreibung als einheitlich reagierendes System zu begreifen, dessen ausschnittsweise Betrachtung, wie sie in der analytischen Schulmedizin geradezu Prinzip ist, einem Heilungsprozess nicht förderlich ist. Häufig genug werden Menschen im schulmedizinischen Fachärzte-Karussel hin und hergefahren, weil eine symptomverlagernde Behandlung der nächsten folgt.

Im Gegensatz dazu kommt bei Alchemilla auf der Suche nach möglichen Ursachen einer Erkrankung der Mensch als Körper-Seele-Geist-Wesen in den Blick Gesundheit wird also im Zusammenhang mit Lebensführung betrachtet – individueller, spiritueller sowie sozialer.

Es besteht die Möglichkeit, Ganzheit als Zustand und damit Inbegriff von Heilung zu begreifen. Sich als “ganz” zu empfinden kann dann auch heißen, einen befriedigenden Umgang mit einer Erkrankung gefunden zu haben. Gesundheit hat eine eigene Qualität, und ist weit mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Gesundsein kann so heißen, den bestmöglichen Umgang mit sich selbst zu pflegen. Krankheit ist in diesem Sinne nichts Äußerliches, dessen Hereinbrechen wir verhindern müssen. Krankheit kann herausfordernd sein. Krankheit kann fokussierend wirken. Krankheit kann Alarm schlagen. Über all diese Fragen zerbrechen sich vermutlich schon ganze Alchemilla-Generationen den Kopf.

Was mir noch an “Ganzheitlichkeit” bei Alchemilla auffällt ist, dass neben Denken, Handeln und Fühlen auch Spiritualität hier ihren festen Platz im Zusammenhang mit Heilungsprozessen hat. Spiritualität verstehe ich zunächst als ein Bewusstsein der Verbundenheit mindestens mit dieser Welt als einem überindividuellem Gebilde.