Asthma bronchiale

Die Diagnose

Asthma bronchiale ist bei „typischer” Anamnese, mit anfallsartiger und häufig nächtlicher Atemnot, bei nachvollziehbarem Auslöser und bei „typischem” Untersuchungsbefund mit hörbarem Giemen und Brummen über den Lungenabschnitten einfach.

Schwierig ist die Diagnose im Säuglings- und Kleinkindalter. Beim Säugling ist wegen der Kleinheit der Atemwege mit üblichen Mitteln (Abhören des Brustkorbes mit dem Stethoskop) nur schwer zwischen einer echten asthmatischen Erkrankung und einer Verlegung durch Sekret und Schleimhautschwellung bei infektbedingten Entzündungen zu unterscheiden.

Im Kleinkindesalter steht der durch köperliche Anstrengung ausgelöste Husten im Vordergrund, bei einem banalen Infekt klagt das Kind dann auch über Atemnot (obstruktive Bronchitis). Während Kinder sehr viel häufiger an einem allergischen Asthma bronchiale erkranken, ist ein Krankheitsbeginn jenseits des 40. Lebensjahres meist mit Infekten oder inhalativen chemischen Noxen verknüpft.

Die Behandlung

des Asthma bronchiale ist durch nationale und internationale Vereinbarungen festgelegt. Im Mittelpunkt steht dabei:

Prävention und Meidung inhalativer Noxen

Allergenkarenz, Vermeidung einer Exposition gegenüber chemischen und physikalischen Noxen, Vermeidung von Passivrauchen, Stillen der Säuglinge in den ersten 4-6 Lebensmonaten. Ist Stillen nicht möglich, sollte allergenarme (hypoallergene) Säuglingsnahrung zum Einsatz kommen.

Inhalative medikamentöse Therapie

Antientzündliche und bronchialerweiternde Medikamente.
Nach wie vor sind inhalativ zu verabreichen- de Cortison-Präparate die wirksamsten Medikamente zur Behandlung bei Asthma bronchiale, da diese zuverlässig die Entzündung der Bronchialschleimhaut bekämpfen. 
Im Kindesalter ist bei allergischer Erkrankung auch eine Hyposensibilisierung zu prüfen.

Die Atemphysiotherapie
bei Asthma bronchiale ist ein, die medikamentöse Therapie unterstützendes, Verfahren. Der Patient wird zur Selbsthilfe in Atemnotsituationen geschult. Durch systematische und häufige Wiederholung bewährter Techniken und Verhaltensweisen erwerben die Patienten die Fähigkeit:

  • ihre Angst in der Atemnotsituation und vor erneutem Eintreten von Atemnotzuständen zu mindern
  • eine leichte – bronchiospastisch bedingte – Obstruktion zu beseitigen
  • den Sekrettransport bei vorhandenem Sekret zu unterstützen
  • einen vorhandenen unproduktiven Husten, durch den der Patient sich in eine Atemnot „hineinhustet”, zu beseitigen.

Besonders bei Kindern – aber nicht nur bei diesen – ist eine Asthmaschulung von großer Bedeutung. Hierbei lernen sie den Umgang mit ihrer Erkrankung im täglichen Leben, z. B. welche Anzeichen kündigen mir einen Asthmaanfall an und wie kann ich mit meinen Inhalationssprays oder mit anderen Techniken schon frühzeitig darauf reagieren? Dies verhilft dem Patienten (und seinen Eltern) zu entscheidend mehr Sicherheit im Umgang mit der Krankheit.